Wie man als Indierocker nicht Millionär wird. Trotz Urheberrecht.

Wie kommen eigentlich Musiker jenseits von Mainstream und Schlager über die Runden – im Showbiz 3.0? Die Geheimnisse von Angelika Express werden gelüftet – in Hamburg und Hannover.

In Hamburg hortet man subkulturelles Wissen wie nirgends sonst. Daher ist es wunderbar von der Kampnagel-Kulturfabrik eingeladen zu werden, zwecks Enthüllung angelikanischer Betriebsinterna.

Das Bild mit dem Schweinchen ist Teil des Vortrags den ich (Angelika-Sänger Robert) vor ein paar Tagen hielt: Staying Alive 2013 – Wie man als unabhängiger Musiker in einer vernetzten Welt sein Ding durchzieht.

„Geiles Chaos“ beschreibt den Idealzustand des Musikgeschäfts, zumindest für uns alte Punks und jene die unabhängig Kultur machen wollen ohne zu verhungern. Mit der Angelika Aktie und der Angelika Box konnten wir famose Erfahrung auf diesem Gebiet sammeln. Dazu werde ich demnächst hier tüchtig aus dem Nähkästchen plaudern.

Wollt ihr erfahren, wie Tante Angelika zum berüchtigten Urheberrecht steht? Dazu gehts gerade nach Hannover. Der NDR hat mich zu einem Gespräch unter dem Motto „Shareconomy – Teilen ohne Grenzen?“ geladen. Das ganze könnt ihr Mo. von 18 – 19 Uhr per Videostream live verfolgen und im Chat direkt Fragen stellen.

Mit dabei der Chef der „Gesellschaft für Urheberrechtsverletzungen“, Matthias Leonardy. Ein harter Brocken: Sein Verein ist anscheinend so was wie der Todesstern des Copyright-Abmahnwesens. Nice!

Auch am Start: Joerg Heidrich (C’t), sowie Matthias Spielkamp, Gründer von irights.info.

Ok, danke für Eure Aufmerksamkeit. Jetzt könnt ihr weiter illegal downloaden. Oder so.

Für immer Punk – Erinnerungen an Rocco Clein

 

Jetzt, 9 Jahre nach dem Tod von Rocco Clein, wird ein nach ihm benannter Nachwuchspreis für Musikjournalismus ins Leben gerufen. Da kommen schlagartig jede Menge Erinnerungen an diesen absolut famosen Typen hoch. „Für immer Punk – Erinnerungen an Rocco Clein“ weiterlesen

Wie eine Ohrenärztin unseren Sound veränderte

Eine kleine schauerliche Story über blutige Ohren und Rockmusik.

Als ich 2008 das Album Goldener Trash fertig gemixt habe, häuften sich im Umfeld Bedenken ob des krachig-schrillen Klangbildes das da am Start war. Ich blieb unbeeindruckt, für meine Ohren klang das super.

Als das Master ins Presswerk ging bekam ich auf meinem linken Ohr gruselige Schmerzen und eilte zur Notaufnahme. Eine Ohrenärztin blickte in meinen Gehörgang und meinte sowas hätte sie noch nie gesehen. Mit einer Zange zog sie einen seltsam versteinerten Gegenstand aus meinem Ohr, der sich als ein halbes Stück Oropax herausstellte. Es war aus unerfindlichen Gründen womöglich über Monate dort zurückgelieben.

Nach der Entfernung ging es mir nicht nur schlagartig besser, auch änderte sich meine akkustische Wahrnehmung abrupt. Zuhause angekommen legte ich mit zitternden Fingern das Master von Goldener Trash in den Player. Klang tatsächlich aufreibend krachig und schrill. Mit „normalem“ Gehör hätte ich das wohl niemals so durchgehen lassen. Nun, seitdem tönen unsere Alben wieder etwas luftiger.

Beschwert hat sich übrigens keiner. Im Gegenteil, einige scheinen sogar ziemlich auf das Gekrache abzugehen… Aber urteilt selbst!

Cheers, Robert.